Trunkenheitsfahrt

Sollte Ihnen der Vorwurf der Trunkenheit im Verkehr gemäß § 316 StGB gemacht werden und Sie mit dem Fahrzeug einen Verkehrsunfall im Zustand der Fahruntauglichkeit verursacht haben, so hat dies versicherungsrechtliche Konsequenzen. Denn es besteht die Möglichkeit, dass Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung Sie in Regress nimmt. In der Regel ist in Ihrem Versicherungsvertrag eine Leistungsfreiheit in Höhe von 5.000,00 EUR im Falle einer Obliegenheitsverletzung vor dem Versicherungsfall im Sinne von § 5 Kraftfahrzeugpflichtversicherungsgesetz (KfzPflVV) und eine weitere Leistungsfreiheit in Höhe von 5.000,00 EUR im Falle einer Obliegenheitsverletzung nach dem Versicherungsfall gemäß § 6 KfzPflVV vereinbart.

Eine Trunkenheitsfahrt mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 ‰ mit nachfolgendem Verkehrsunfall und mehr stellt eine Obliegenheitsverletzung vor dem Versicherungsfall dar.

Die Konsequenzen veranschaulichen wir an folgendem Beispiel:

Sie verursachen auf der Rückfahrt von einer privaten Feier einen Verkehrsunfall mit einem Sachschaden in Höhe von 20.000,00 EUR an einem anderen Pkw. Die Blutalkoholbestimmung ergibt einen Wert von 1,1 ‰. Folge: Ihre Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung muss zwar den Schaden an dem fremden Pkw in voller Höhe regulieren. Sie hat aber die Möglichkeit, Sie mit einem Betrag in Höhe von 5.000,00 EUR in Regress zu nehmen, wenn der Versicherer den bestehenden Vertrag innerhalb eines Monats nach Kenntnis der Umstände den Vertrag kündigt. Bei dieser Konstellation besteht für Sie dennoch die Möglichkeit den Regress zu umgehen. Dies setzt aber voraus, dass Sie sofort nach einer Trunkenheitsfahrt einen verkehrsrechtlich und strafrechtlich versierten Rechtsanwalt mit Ihrer Interessenvertretung beauftragen.

Sollten Sie in dem Beispielsfall nach dem Verkehrsunfall im Zustand der absoluten Fahruntauglichkeit zusätzlich noch eine Verkehrsunfallflucht begangen haben, besteht für den Versicherer unter Umständen die Möglichkeit Sie mit einem weiteren Betrag in Höhe von 5.000,00 EUR in Regress zu nehmen, aufgrund einer Obliegenheitsverletzung nach Eintritt des Versicherungsfalls.

Weitere Verteidigungsmöglichkeiten eröffnen sich, falls die Trunkenheitsfahrt mit nachfolgendem Verkehrsunfall nicht von dem Versicherungsnehmer selbst, sondern von einem Angehörigen verursacht wurde. Hier gilt das so genannte Angehörigenprivileg des § 67 Abs. 2 Versicherungsvertragsgesetz, (VVG).

Fazit: Im Falle einer Trunkenheitsfahrt sollten Sie unverzüglich einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens einschalten.